Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Aneurysmen

Eine Frau, die an Aneurysmen leidet, liegt mit Schmerzen auf dem Sofa.

Wenn die Gefäßwände geschwächt sind

Täglich pumpt das Herz etwa 7.000 Liter durch unseren Körper. Sind die Gefäßwände geschwächt, kommt es zu einer Erweiterung oder Ausbuchtung in den Blutgefäßen. Diese werden auch als Aneurysmen bezeichnet und kommen hauptsächlich an den Arterien vor. Die Ausbuchtungen können bei einer sogenannten Ruptur plötzlich platzen, was zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen führt. Je nach Größe und Lage des Aneurysmas ist daher entweder eine Operation oder eine Behandlung mit Medikamenten erforderlich.

In unserem Beitrag erfahren Sie mehr über die Ursachen und Symptome von Aneurysmen. Außerdem klären wir über die verschiedenen Formen von Aneurysmen auf und welche Behandlungsmöglichkeiten und Maßnahmen es zur Vorbeugung gibt.

 

Wussten Sie schon, dass…

  • Männer ab 65 Jahren ein erhöhtes Risiko für ein Bauchaorten-Aneurysma haben?
  • Aneurysmen sich gut vorbeugen lassen?
  • die AOK Sachsen-Anhalt für Männer ab 65 Jahren ein einmaliges Ultraschallscreening übernimmt?
Ein Mann mit Verdacht auf Bauchaortenaneurysma hält sich den Bauch.

Wie entsteht ein Aneurysma?

Aneurysmen können angeboren sein oder durch eine Schwächung der Arterienwand aufgrund von Ablagerungen, der sogenannten Arterienverkalkung, entstehen. In seltenen Fällen bilden sie sich auch durch Infektionen oder Verletzungen, zum Beispiel während einer Operation. Blutgefäße können darüber hinaus auch durch andere Verletzungen oder Traumata beschädigt werden, was Aneurysmen begünstigt. Weitere Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Fettstoffwechselstörungen sowie fortschreitendes Alter.

Ein Aneurysma kann überall im Körper auftreten. Am häufigsten bildet es sich jedoch im Bauchraum. Dann spricht man von einem Bauchaortenaneurysma. Aber auch der Brustkorb oder das Gehirn können betroffen sein. Wenn mehrere Schwachstellen im Gewebe vorliegen, sind oft auch mehrere Aneurysmen vorhanden.

Aneurysma: Symptome erkennen

Meistens kommt es erst zu Beschwerden, wenn das Aneurysma so groß ist, dass es auf andere Organe drückt oder reißt. Deshalb ist vielen Menschen gar nicht bewusst, dass sie eine gefährliche Erweiterung der Blutgefäße haben. Je nach Körperstelle können unterschiedliche Symptome auftreten:

  • Bauchaortenaneurysma

    Macht sich durch Schmerzen in Bauch und Rücken bemerkbar. Manchmal kommt es zu Verdauungsproblemen. 

  • Aneurysma im Brustraum

    Es kommt zu Atemnot und Husten. Auch Schluckbeschwerden und Brustschmerzen können ein Anzeichen hierfür sein. 

  • Aneurysma im Gehirn

    Kopfschmerzen und Sehstörungen sind mögliche Hinweise.

Formen von Aneurysmen

Aneurysmen lasse sich in drei Hauptformen unterteilen:

  • Aneurysma verum

    Liegt ein sogenanntes „echtes Aneurysma“ vor, werden alle drei Wandschichten der Arterie nach außen gedrückt.

  • Aneurysma falsum

    Bei einem „falschem Aneurysma“ verkapselt die Blutung und bleibt mit dem Gefäß in Verbindung. Es entsteht durch eine Einblutung aus der Arterie in das umliegende Gewebe.

  • Aneurysma dissecans

    Eine Gefäßwandschicht reißt auseinander. Danach trennen sich die Wandschichten und ein zweites, unechtes Gefäßlumen (abgeschlossener Hohlraum in der Gefäßwand) bildet sich. 

Schnell handeln bei einer Ruptur

Wenn ein Aneurysma platzt, entsteht eine lebensgefährliche Blutung, auch „Ruptur“ genannt. Betroffene spüren meist sofort starke Schmerzen an der entsprechenden Körperstelle. Häufige Anzeichen sind auch Übelkeit und Erbrechen. 
Eine geplatzte Arterie im Gehirn zeigt sich häufig durch Schlaganfall-Symptome wie eine halbseitige Lähmung in Gesicht und Körper sowie Sprach- oder Sehstörungen. Informieren Sie in jedem Fall sofort einenRettungsdienst, da es sich um einen lebensbedrohlichen Zustand handelt.

Eine Frau mit Verdacht auf Aneurysma wird im CT untersucht.

Wie erfolgt die Diagnose?

Aneurysmen werden häufig zufällig im Rahmen einer anderen Untersuchung wie einem Bauchultraschall oder einer Röntgen-, CT- oder MRT-Untersuchung diagnostiziert. Wer der Risikogruppe entspricht oder familiär vorbelastet ist, kann die Hauptschlagader durch einen Ultraschall überprüfen lassen. Eine solche Untersuchung wird allerdings nicht durch die gesetzliche Krankenkasse übernommen.

Ist ein Aneurysma immer gefährlich?

Ob ein Aneurysma gefährlich ist, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen die Größe und die Lage sowie das Vorhandensein von Symptomen. Kleinere Aneurysmen bleiben meist unbemerkt. Wenn bei Ihnen ein Aneurysma festgestellt wurde, sind regelmäßige ärztliche Kontrollen unbedingt empfehlenswert. Denn wächst ein Aneurysma, steigt auch die Gefahr einer Ruptur. Ab einer bestimmten Größe wird eine Operation empfohlen. Dabei wird die Aussackung der Arterienwand entfernt und durch eine Gefäßprothese ersetzt. 

Bei einem Aneurysma im Gehirn gibt es zwei Behandlungsmöglichkeiten:

  1. Clipping: Das Aneurysma wird durch einen Clip ausgeschaltet. Dieser verschließt die Basis des Aneurysmas und trennt es von der Blutzirkulation ab. Dafür ist eine Öffnung des Schädels notwendig.
  2. Coiling: Durch eine Mikro-Platinspirale wird das Aneurysma verschlossen. Die Spirale wird mithilfe eines Katheters an der richtigen Stelle platziert.

Ob Behandlungsbedarf besteht, entscheidet das behandelnde ärztliche Fachpersonal.

Vorbeugung von Aneurysmen durch ausreichend Bewegung.

Kann man Aneurysmen vorbeugen?

Ein Aneurysma entsteht häufig als Folge einer Arterienverkalkung, auch als Arteriosklerose bezeichnet oder Bluthochdruck. Diese Erkrankungen lassen sich gut vorbeugen: Rauchen Sie nicht, achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht und integrieren Sie ausreichend Bewegung im Alltag. Auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Alkohol sind von Vorteil. 

Betroffene, die an Bluthochdruck oder einem erhöhten Cholesterinspiegel leiden, beugen ebenfalls durch einen gesünderen Lebensstil vor. Blutdruck oder Blutfettwerte lassen sich auch mithilfe von Medikamenten senken. Sprechen Sie die Einnahme immer mit Ihrem Arzt ab.

Ab dem 65. Lebensjahr können Männer einmalig einen Ultraschall der Bauchschlagader durchführen lassen. Die Kosten dafür übernimmt die gesetzliche Krankenkasse.

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