Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

 Stent und Bypass

Senior empfängt Enkelin nach Bypass-Operation im Krankenhaus.

Lebensretter bei koronaren Herzkrankheiten

Sind die Gefäße verengt oder verschlossen können Ablagerungen durch Blutfette oder Thromben entstehen. In der Folge kann es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen. Ein lebensbedrohlicher Zustand, der einer schnellen ärztlichen Behandlung bedarf. Sind die Herzkranzgefäße oder -arterien verschlossen kann ein Stent oder Bypass die Durchblutung wieder verbessern.

Erfahren Sie, worin sich Stent und Bypass unterscheiden, wie diese eingesetzt werden und welche Risiken die beiden Varianten mit sich bringen. Lesen Sie auch was es bei der Nachsorge zu beachten gibt und wie Sie Gefäßverengungen und -verschlüssen vorbeugen können.

Wussten Sie schon, dass…

  • Stents oder Bypässe zu den häufigsten Behandlungen bei Erkrankungen der Herzgefäße zählen?
  • sich Gefäßverengungen und -verschlüsse in der Regel gut vorbeugen lassen?
  • wir Sie bei der Behandlung und Therapie einer Koronaren Herzkrankheit unterstützen?

Stent und Bypass – Was ist der Unterschied?

Es gibt zwei Möglichkeiten die Durchblutung der Gefäße wieder zu verbessern:

  • Stent

    Das medizinische Implantat besteht aus einem flexiblen Drahtgitter oder einer Metalllegierung und sorgt dafür, dass die Gefäße oder Hohlorgane offen bleiben. Stents gibt es in verschiedenen Formen und Größen. Sie kommen häufig im Bein, aber auch im Herzen zum Einsatz. Besonders bei einem akuten Herzinfarkt, wenn nur wenige Gefäße oder nur kurze Strecken in den Gefäßen betroffen sind oder bei älteren Patienten. 

  • Bypass

    Bypässe sind Umgehungen oder Überbrückungen von Blutgefäßen, die operativ angelegt werden. Sie kommen vor allem am Herzen, beispielsweise bei komplexen Erkrankungen oder Verkalkungen in allen drei Herzgefäßen zum Einsatz. 

Wie laufen die Eingriffe ab?

Auch wenn die beiden Eingriffe ein gemeinsames Ziel haben, nämlich die Verbesserung des Blutflusses, unterscheiden sie sich doch grundlegend:

Stent, bestehend aus einem flexiblen Metallgitter, in Nahaufnahme.

Stent

Bei dem minimal-invasiven Eingriff wird ein Katheter, meist über die Arterie des Handgelenks oder der Leiste, eingeführt. Kontrastmittel sorgt dafür, dass die Herzkranzgefäße bildlich dargestellt werden und der behandelnde Arzt Verengungen oder Ablagerungen erkennen kann. Zeigt sich eine relevante Engstelle, wird ein kleiner Ballon über den Katheter im betroffenen Herzkranzgefäß platziert. Der Ballon weitet die betroffene Stelle, so dass zeitgleich oder im Anschluss ein Stent über den Katheter eingesetzt werden kann.

Arzt im OP kontrolliert die Werte des Patienten an einem Computer-Bildschirm.

Bypass

Ein Bypass wird unter Vollnarkose als Operation am offenen Herzen gesetzt, beispielsweise, wenn der Patient unter der Koronaren Herzkrankheit (KHK) leidet. Dazu wird körpereigenes Gewebe, in Form von Arterien oder Venen, verwendet.

Vor- und Nachteile von Stent und Bypass

Wir werfen für Sie einen Blick auf die Vor- und Nachteile, die beide Verfahren jeweils mit sich bringen:

Stent

  • Vorteile

    Stents werden minimal-invasiv eingesetzt, sodass das Verfahren weniger belastend für den Körper ist. Betroffene sind bereits wenige Tage nach der Intervention wieder alltagsfähig. Dazu kommt, dass das Verfahren sehr erfolgversprechend ist. Bei rund 80 Prozent der Behandelten werden die Beschwerden nach dem Eingriff dauerhaft gelindert.

  • Nachteile 

    Beim Einsetzen eines Stents können Komplikationen in Form von Blutungen, Gefäßverletzungen oder Nierenschäden durch die Kontrastmittelgabe auftreten. Nachteilig ist zudem, dass sich die Gefäße nach dem Eingriff auch wieder zusetzen, also neue Verengungen auftreten können, die sogenannte „Restenose“.

Bypass

  • Vorteile

    Bei rund 94 Prozent der Betroffenen tritt nach dem Eingriff eine dauerhafte Linderung der Beschwerden ein. Zudem macht der Bypass das Überleben bei komplexen Erkrankungen am Herzen wahrscheinlicher und verbessert auch langfristig Diabetes-Werte.

  • Nachteile

    Eine Bypass-Operation ist belastend für den Körper und auch risikoreicher, als das Setzen eines Stents. Der Eingriff kann schwerwiegende Nebenwirkungen, in Form von Blutungen, Infektionen, Schmerzen oder Problemen bei der Wundheilung, mit sich bringen. Eine vollständige Heilung dauert meist mehrere Wochen und macht häufig sogar eine anschließende Reha notwendig. Zudem ist das Risiko für Herzrhythmusstörungen ein Jahr nach dem Eingriff deutlich höher als bei einem Stent. Auch bei diesem Verfahren können neue Verengungen entstehen.

Letztendlich obliegt die Entscheidung dem behandelnden Arzt, welche der beiden Varianten für den Patienten infrage kommt. Sie zweifeln an der Entscheidung Ihres Arztes? Dann holen Sie sich eine ärztliche Zweitmeinungein.

Darauf kommt es nach der OP an

Älteres Paar geht nach Stent-Intervention gemeinsam laufen.

Egal, ob ein Stent oder ein Bypass gesetzt wird, das Entstehen von neuen Gefäßverengungen ist nie ausgeschlossen. Deshalb ist es besonders wichtig Nachsorge- und Folgeuntersuchungen wahrzunehmen und die vom Arzt verordneten Medikamente gewissenhaft einzunehmen.

Achten Sie nach dem Eingriff auf eine gründliche Wundpflege, um Infektionen zu vermeiden. Ein gesunder Lebensstil, insbesondere eine herzgesunde Ernährung und ausreichend Bewegung, in Absprache mit dem behandelnden Arzt, tragen zu einer schnelleren Genesung bei. Eine gute Möglichkeit bieten spezielle Herzsportgruppen, wo sich Erkrankte unter ärztlicher Aufsicht zusammen mit anderen Betroffenen sportlich betätigen können.

Gefäßverengungen und -verschlüssen vorbeugen

Gefäßverengungen oder -verschlüsse können aufgrund genetischer Veranlagung, aber auch in Folge von Übergewicht, Rauchen oder mangelnder Bewegung auftreten.

  • viel Bewegung, vor allem Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Laufen
  • nicht Rauchen
  • wenig oder bestenfalls keinen Alkohol trinken
  • langes Sitzen und Stehen vermeiden
  • Stress vermeiden
  • auf ausgewogene Ernährung achten
  • ausreichend Wasser trinken
  • regelmäßige Check-ups durchführen lassen, vor allem Cholesterinspiegel prüfen lassen
  • Bluthochdruck oder Diabetes ärztlich behandeln und therapieren lassen

Gut zu wissen

    Ergebnisse werden geladen

    Jetzt bei der AOK Sachsen-Anhalt versichern

    Registrieren Sie sich schnell und unkompliziert bei unserer Online-Anmeldung.

    Mitglied werden

    Kontakt zur AOK Sachsen-Anhalt