Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Mundfäule

Ein kleines Mädchen leidet unter Mundfäule

Wenn der Mund schmerzt: Schnelle Hilfe bei Stormatitis

Mundfäule ist nicht nur ein unangenehmer Begriff, sondern auch eine schmerzhafte Erkrankung der Mundschleimhaut. Sie wird durch die Erstinfektion mit Herpesviren hervorgerufen. In der Medizin wird die Infektion auch als Stomatitis aphthosa oder herpetische Gingivostomatitis bezeichnet. Das Virus verursacht kleine, schmerzhafte Bläschen und Geschwüre in der Mundhöhle, hohes Fieber und unangenehmen Mundgeruch. Bricht die Infektion aus, fühlen sich Betroffene oft sehr krank. Mundfäule heilt meist nach zwei bis drei Wochen von selbst ab. Die Erkrankung tritt fast ausschließlich bei Kleinkindern bis zum fünften Lebensjahr auf und kommt seltener im Jugend- und Erwachsenenalter vor.

Erfahren Sie mehr über diese unangenehme und schmerzhafte Infektion, woher sie kommt und woran Sie Mundfäule erkennen können. Außerdem lesen Sie, welche Mittel die Symptome lindern und wie Sie einer Ansteckung am besten vorbeugen können.

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Ein Mann kontrolliert seinen Mund auf Mundfäule

Was ist Mundfäule?

Mundfäule ist eine hochansteckende, virale Infektion, die durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) ausgelöst wird. Sie entsteht als Folge einer Erstinfektion mit dem Virus und betrifft hauptsächlich die Mundschleimhaut, das Zahnfleisch und die Zunge. Typische Symptome sind schmerzhafte Bläschen und entzündetes Zahnfleisch. Die Übertragung erfolgt meist im Kindesalter durch direkten Kontakt mit Speichel oder der Haut einer infizierten Person. Nach der Infektion verbleibt das Virus lebenslang im Körper und „ruht“ in den Nervenzellen, kann aber durch Faktoren wie Stress oder ein geschwächtes Immunsystem reaktiviert werden.

Besonders häufig betroffen sind Kinder zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Bei Erwachsenen tritt die Infektion seltener auf und äußert sich meist als Lippenherpes. Mundfäule kann durch Stress, ein geschwächtes Immunsystem oder hormonelle Veränderungen reaktiviert werden und erneut Beschwerden verursachen.

Welche Symptome treten auf?

Die meisten Infektionen verlaufen symptomlos und führen nur selten zum Ausbruch. Kommt es dennoch nach einer Inkubationszeit von etwa zwei bis zwölf Tagen zu einem Ausbruch, treten die Anzeichen meist plötzlich auf und können sehr unangenehm sein. Typische Beschwerden einer Mundfäule sind:

  • Frühsymptome
    • Allgemeines Unwohlsein
    • Fieber, oft zwischen 38 und 40 Grad
    • Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
  • Hauptsymptome
    • Kleine Bläschen, die aufplatzen und schmerzhafte Geschwüre an der Mundschleimhaut, dem Zahnfleisch und auf der Zunge bilden
    • Stark gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch sowie gereizte Schleimhäute
    • Unangenehmer Mundgeruch durch die Infektion
    • Risiko einer Dehydration, da Betroffene aufgrund der Schmerzen oft Essen und Trinken vermeiden
    • Geschwollene und druckempfindliche Lymphknoten im Hals- und Kieferbereich

Wie wird eine Stomatitis diagnostiziert?

Ein Mädchen mit Verdacht auf Mundfäule wird untersucht

Die Diagnose erfolgt meist durch eine Untersuchung beim Arzt oder Zahnarzt. Zunächst erkundigt sich dieser nach den auftretenden Symptomen, allgemeinen Gesundheitsfaktoren und einem möglichen Kontakt zu Infizierten. Anschließend werden die Mundschleimhaut, das Zahnfleisch und die Zunge auf typische Bläschen, Rötungen, Schwellungen sowie Zahnfleischentzündungen untersucht. In seltenen Fällen wird ein Abstrich der Bläschen entnommen und im Labor auf Herpes-simplex-Viren getestet. Neben einem PCR-Test auf HSV-1 kann auch eine Blutuntersuchung auf Antikörper erfolgen, um eine Primärinfektion zu bestätigen.

Wie wird Mundfäule behandelt?

Eine spezifische Therapie gibt es nicht. Die Behandlung dient in erster Linie der Linderung der Symptome, der Förderung der Heilung und der Vermeidung weiterer Komplikationen.

Symptomatische Behandlung

Schmerzstillende Gele oder Cremes lindern die Beschwerden und werden direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Paracetamol oder Ibuprofen sind bei Schmerzen und Fieber sinnvoll, und antiseptische Mundspülungen können eine Sekundärinfektion verhindern. Spülungen mit Kamille können zudem den Heilungsprozess unterstützen. Allerdings sollten diese Mundspülungen nicht länger als ein paar Tage angewendet werden, da sie sonst zu Zahnverfärbungen führen können.

Es ist wichtig, viel zu trinken, um eine Dehydration zu vermeiden. Kühle Getränke sowie milde, gekühlte Speisen können die Symptome zusätzlich lindern. Besonders gut geeignet sind weiche, nicht säurehaltige Lebensmittel wie Joghurt, Kartoffelbrei oder Apfelmus. Scharfe, heiße und säurehaltige Speisen hingegen können die Schmerzen verstärken.

Virostatika

In schweren Fällen oder bei immungeschwächten Personen können antivirale Medikamente ärztlich verschrieben werden, um die Vermehrung des Virus zu hemmen. Ein Therapiebeginn ist innerhalb der ersten 24 Stunden notwendig, ansonsten ist kein therapeutischer Effekt mehr nachweisbar.

Allgemeine Maßnahmen

Erkrankte benötigen viel Ruhe, da der Körper Zeit braucht, um die Infektion zu bekämpfen. Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände, um eine Ansteckung zu vermeiden. Zudem sollte direkter Körperkontakt mit Infizierten möglichst vermieden werden.

Eine Frau pflegt ihre Lippen mit einem Lippenpflegestift mit UV-Schutz

Kann man einer Infektion vorbeugen?

Eine Ansteckung ist nicht immer vermeidbar, aber einige Maßnahmen können das Risiko einer Erstinfektion oder Reaktivierung minimieren:

  • Vermeiden Sie engen Körperkontakt mit Personen, die sichtbare Herpesbläschen haben.
  • Teilen Sie Besteck, Gläser, Zahnbürsten und Handtücher nicht mit Erkrankten.
  • Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte durch eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf.
  • Verwenden Sie Lippenpflegestifte mit UV-Schutz, da UV-Strahlung ebenfalls eine Herpesinfektion auslösen kann.

Mundfäule ist zwar schmerzhaft, aber gut behandelbar. Besonders bei Kindern erfordert die Infektion Aufmerksamkeit, um Komplikationen wie Flüssigkeitsmangel zu vermeiden. Mit der richtigen Behandlung lassen sich die Symptome effektiv lindern. Vorbeugende Maßnahmen helfen, das Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ist ärztliche Hilfe unbedingt zu empfehlen.

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