Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Gedächtnisstörungen

Ein etwa 65-jähriger Mann sitzt mit zuversichtlichem Blick in der Küche.

Gedächtnisstörungen und Gehirnjogging – was bringt’s?

„Wo habe ich jetzt meine Schlüssel hingelegt?“ oder „Wie hieß noch mal die Kollegin aus der Buchhaltung?“ Solche und ähnliche kleine Aussetzer im Kopf kennen wir alle zur Genüge. Und sie sind in der Regel kein Grund zur Sorge. Manchmal weisen sie aber auf Erkrankungen hin. Wir klären, wann Gedächtnisstörungen problematisch werden und wie Sie Ihr Gehirn fit halten.

Wussten Sie schon, dass…

  • die Wirkung von Gedächtnistraining umstritten ist?
  • die AOK Sachsen-Anhalt Unterstützungsangebote mit Schwerpunkt Demenz für Betroffene und Angehörige anbietet?
  • ein gesunder Lebenswandel sich gut auf das Gedächtnis auswirkt?

Wie entstehen Gedächtnisstörungen?

Gelegentliche Gedächtnisstörungen sind absolut normal und die Gründe dafür sind verschieden. Womöglich strömen gerade zu viele Infos zugleich auf uns ein. Vielleicht sind wir müde oder abgelenkt. Auch in stressigen Situationen oder nach dem Konsum von Alkohol können die kleinen Gedächtnislücken auftreten. Und viele dieser Ursachen betreffen Kinder, Erwachsene und ältere Menschen gleichermaßen.

Außerdem gilt: Je älter wir werden, umso häufiger kommt Vergesslichkeit vor. Mit Ende zwanzig, Anfang dreißig baut unser Gehirn langsam ab. Es funktioniert dann zwar immer noch auf hohem Niveau und bleibt auch lernfähig, aber Denktempo und geistige Reserven werden bei uns allen einfach weniger.

Eine etwa 80-jährige Frau schaut mit ihrer Tochter auf einem Sofa ein Fotoalbum an.

Auch wenn also eine Art Vergesslichkeit normal ist, können manchmal Krankheiten Grund für oder Symptom von Gedächtnisstörungen sein. Dazu gehören zum Beispiel Stoffwechselstörungen und Entzündungserkrankungen im Gehirn – beides kann bei jüngeren wie älteren Menschen vorkommen. Auch Bluthochdruck, Diabetes und – als wohl bekannteste Krankheit – Demenz gehen mit Gedächtnisstörungen einher, kommen jedoch eher bei älteren Menschen vor. Wichtig ist zu wissen, dass für die Diagnose Demenz neben dem Gedächtnis noch mindestens eine weitere Funktion des Gehirns beeinträchtigt sein muss. Das kann zum Beispiel die Sprache sein. Und darüber hinaus ist es ein Kennzeichen von Demenz, dass der Alltag Betroffener und ihre Aktivität stark eingeschränkt sind. Eine Gedächtnisstörung allein macht also noch keine Demenz aus.

Bei anhaltenden, stark einschränkenden Störungen des Gedächtnisses sollten Sie allerdings immer ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Je früher Ursachen erkannt werden, umso größer sind auch die Chancen auf Besserung des jeweiligen Leidens.

Was hilft bei Gedächtnisstörungen?

So einfach teilweise die Ursachen von Vergesslichkeit sind, so einfach sind manchmal auch die Mittel dagegen. Ein gesunder Lebensstil ist aus vielen Gründen einer der wirksamsten Kniffe gegen Vergesslichkeit. Gesund zu leben, kann sogar vorbeugend wirken gegen Gedächtnisstörungen und gegen Demenzformen wie Alzheimer. 

Auf folgende Dinge können Sie beispielsweise achten:

  • Schlafroutine und Stressreduktion: Gönnen Sie sich so oft es geht ausreichend Schlaf und versuchen Sie, Stress zu vermeiden.
  • Gesunde Ernährung: Zum Speiseplan gehört reichlich Vitamin B, C, D und E . Auch Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für Ihr Wohlbefinden. Empfehlenswerte Lebensmittel für diese Art Ernährung sind Fisch, Zitrusfrüchte, Paprika, Tomaten, Spinat, Haselnüsse und Salat.
  • Bewegung und Sport: Regelmäßiges Aktiv sein an der frischen Luft fördert Ihre Gesundheit. Auch Sport ist super für Geist und Körper. Aber achten Sie drauf, dass es nicht in Stress ausartet, sondern dass Sie Spaß daran haben.
  • Ausreichend Trinken: Auch Flüssigkeitsmangel kann zu Gedächtnisstörungen führen. Nehmen Sie deswegen täglich ausreichend Flüssigkeit zu sich, zum Beispiel in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee.
  • Verzicht: Meiden Sie Genussmittel wie Alkohol und Nikotin.

Was bringt Gehirnjogging wirklich?

Die Wirkung von Gedächtnistraining und Gehirnjogging ist umstritten. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Übungen wie Kreuzworträtsel und Ähnliches dabei helfen, das Gedächtnis in Schwung zu halten.

Wenn sogenanntes Gedächtnistraining, wie etwa Zahlenrätsel zu lösen, etwas bringt, dann vor allem, dass sich die trainierte Fähigkeit verbessert. Das heißt, Menschen, die zum Beispiel gern Sudokus lösen, werden darin  immer besser. Diese und ähnliche Übungen haben jedoch keine Auswirkungen auf andere Anforderungen, die im Training keine Rolle spielen, wie zum Beispiel Herausforderungen in Beruf und Alltag.

Ein etwa 40-jähriger Mann spielt Gitarre auf dem Sofa, während ein Laptop auf seinem Schoß liegt.

Trotzdem gilt: Das Gehirn ist wie ein Muskel, ohne Training erlahmt es. Also ergibt es durchaus Sinn, es zu fordern und immer wieder aus seiner Routine zu reißen. Gute Übungen, die Kinder und auch Erwachsene machen können, sind zum Beispiel:

  • Neues lernen, sei es eine Sprache, ein Musikinstrument oder ein neues Hobby.
  • Die Zähne mit der anderen Hand putzen als gewohnt.
  • Tanzen, Balancieren, Jonglieren fördert geistige und körperliche Fitness in Kombination.
  • Zeitung rückwärts lesen und dabei versuchen, den Sinn der Sätze zu verstehen.

Das Fazit lautet also: Gehirnjogging schadet nicht, hat jedoch wenig Nutzen. Doch wenn es uns Freude macht, dann lohnt es sich allemal! Außerdem haben Sport und Ernährung einen großen Anteil am Wohlbefinden unseres Gehirns und seiner Gedächtnisleistung. Wer also einen gesunden Lebensstil mit neuen Herausforderungen für das Gehirn kombiniert, der sorgt vor und tut seinem Gedächtnis gut.

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